Benutzerdefinierte analytische Abfragen
Mit der Einführung von SAP S/4HANA und dem Universal Journal (ACDOCA) hat SAP die Grundlage für eine moderne, integrierte und echtzeitfähige Reporting-Landschaft geschaffen.
Ein Bestandteil dieser neuen Analytics-Architektur (Embedded Analytics) sind die benutzerdefinierten analytischen Abfragen (Custom Analytical Queries).
Benutzerdefinierte analytische Abfragen (Custom Analytical Queries) sind flexible Reporting-Objekte, die auf den leistungsfähigen CDS Views von SAP basieren. Mit ihnen können Fachbereiche – besonders Finance, Controlling, Logistik und Einkauf ohne Programmierkenntnisse eigene Auswertungen erstellen, anpassen und direkt in SAP Fiori nutzen, um betriebsrelevante Kennzahlen in Echtzeit zu analysieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Die benutzerdefinierte analytische Abfrage ist ein Reporting-Objekt, das über eine Fiori-App erstellt wird. Sie erzeugen Fiori-kompatible Datenextrakte, die in Listen, Tabellen oder Diagrammen genutzt werden können.
Vorteile:
- Zero-Code-Entwicklung
- Zugriff auf Echtzeitdaten
- Strukturierte Auswahl relevanter Eigenschaften und Kennzahlen
- Möglichkeit, Aggregationen, Filter, Parameter und Formeln zu definieren
- Vollständig transportierbar wie andere SAP-Objekte
- Flexibilität (schnelle Anpassung an neue Anforderung)
Einsatzbereiche:
Grenzen & Herausforderungen:
Trotz vieler Vorteile gibt es Einschränkungen:
- Keine komplexen Joins oder Tabellenanreicherungen (→ Custom CDS Views notwendig)
- Abfragen funktionieren nur auf analytisch qualifizierten Datenquellen
- Technische Änderungen an Basis-CDS Views können Abfragen beeinträchtigen
Um diese Einschränkungen zu umgehen, kann man Apps wie die Custom CDS-Views verwenden. Custom CDS-Views (Core Data Services Views) sind ein zentrales Element der modernen SAP S/4HANA-Datenmodellierung. Sie ermöglichen es Unternehmen, eigene Auswertungen, Datenmodelle und analytische Anwendungen zu erstellen, ohne tief in ABAP-Programmierung eingreifen zu müssen. Mit Hilfe der SAP Fiori App „Custom CDS Views“ können Fachbereiche und IT-Teams Daten aus verschiedenen Tabellen und bestehenden SAP-Views verbinden, filtern und erweitern.
Der Einsatz benutzerdefinierter CDS-Views bietet mehrere Vorteile: Daten können live aus dem SAP-System abgerufen werden, ohne redundante Kopien zu erzeugen. Views können schrittweise erweitert, miteinander verknüpft und über Assoziationen strukturiert werden. Dadurch entstehen flexible Datenmodelle, die sowohl für operative Berichte als auch für analytische Anwendungen genutzt werden können. CDS-Views dienen als Grundlage für Custom Analytical Queries, Fiori-Apps, OData-Services und Embedded Analytics Dashboards.
Durch Transportmechanismen lassen sich benutzerdefinierte CDS-Views wie reguläre Entwicklungsobjekte zwischen Systemen transportieren. Sie tragen dazu bei, Reporting effizienter zu gestalten, Transparenz zu erhöhen und individuelle Anforderungen schnell umzusetzen. Somit sind Custom CDS Views ein wichtiger Bestandteil einer modernen, flexiblen und HANA-optimierten Datenarchitektur.
Daher kann es sinnvoll sein in den benutzerdefinierten CDS-Views die eigenen Vorstellung einer Datenbasis aufzubauen und diese dann in Verbindung mit einer benutzerdefinierten analytischen Abfrage zu einer eigenen Reporting-App zu erweitern.


