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Rüstoptimierung im PP/DS – Effizienz in der Fertigungsplanung

Eine rüstoptimierte Fertigung ist für viele Unternehmen ein erklärtes Ziel – in der Praxis aber oft eine große Herausforderung. Mit SAP PP/DS (Production Planning and Detailed Scheduling) steht ein leistungsstarkes Werkzeug zur Verfügung, das mithilfe des PP/DS-Optimierers eine Rüstoptimierung ermöglicht. Voraussetzungen dafür sind:

  • eine gepflegte Rüstmatrix
  • finite Planung – also eine Planung gegen begrenzte Kapazitäten (keine Mehrfachbelegung)
  • exakte Pflege des Kapazitätsangebots

Nur wenn klar ist, welches Produkt wann gefertigt wird und welcher Rüstzustand auf der Maschine herrscht, liefert der Optimierer belastbare Ergebnisse.

Möglichkeiten zur Erstellung einer Rüstmatrix

Für die Abbildung einer Rüstmatrix kommen folgende zwei Ansätze in Frage:

  • Rüstgruppen: Vorgängen werden zuvor definierte Rüstgruppen zugewiesen, auf deren Basis die Matrix aufgebaut wird.
  • Materialstammklassifizierung: Über Merkmale und deren Merkmalswerten lassen sich Rüstmatrizen generieren – geeignet für komplexe Anlagen mit hoher Produktvielfalt. Allerdings steigt die Zahl möglicher Kombinationen hier sehr schnell an.

Seit S/4HANA 2022 steht hierbei zusätzlich das Rüstmatrixprofil zur Verfügung, das nur die tatsächlich relevanten Merkmalswertkombinationen berücksichtigt – ein entscheidender Vorteil gegenüber der Rüstmatrix mit der Maximalausprägung.

Praxisbeispiel: Getränkeabfüllung

Eine Abfüllanlage verarbeitet:

  • 3 Flaschenmaterialien
  • 18 Getränke
  • 4 Deckelarten
  • 5 Flaschengrößen

→ rechnerisch 1.080 Kombinationen, tatsächlich benötigt nur 34
→ daraus 1,16 Mio. mögliche Rüstübergänge, tatsächlich relevant nur 1.156

Mit dem Rüstmatrixprofil lassen sich genau diese relevanten Übergänge effizient abbilden, ohne dass die Matrix unhandlich groß wird.

Zielkonflikt und Lösung

Der PP/DS-Optimierer ist in der Lage eine rüstoptimale Reihenfolge zu berechnen. Dabei entstehen jedoch mögliche Zielkonflikte:

  • rüstoptimale Fertigung → geringere Rüstzeiten, aber mögliche Verspätungen bei Bedarfen
  • termingerechte Bedarfsdeckung → pünktliche Lieferung, aber ggf. höherer Rüstaufwand

Die Lösung liegt in der Gewichtung der Ziele im Optimierer. Zudem lässt sich zwischen den Bedarfen unterscheiden. In der Praxis bewährt sich der Einsatz von Planversionen (Simulationsversionen), um verschiedene Szenarien durchzuspielen und die richtige Balance zu finden.

Beispiel: In der „echten“ operativen Planung wird eine Balance zwischen Termintreue und Rüstoptimierung eingerichtet. In einer Simulation hingegen kann gezielt ausschließlich die Rüstoptimierung betrachtet werden, um die Effekte und den Unterschied sichtbar zu machen.

Best Practices für den Einstieg

  • Starten Sie mit einer Pilotressource, bevor Sie alle Maschinen einbeziehen.
  • Gehen Sie iterativ vor: erst einfache Rüstgruppen, später komplexere Merkmalswerte.
  • Nutzen Sie Planversionen, um verschiedene Gewichtungen durchzuspielen, ohne die operative Planung zu gefährden.

Integration in die Supply Chain

Die Rüstoptimierung ist kein isolierter Prozess. Sie fügt sich in die gesamte Planungskette ein:

  • SAP IBP / SAP PP liefern die Bedarfsplanung
  • Ergebnisse werden an das MES / Shopfloor übergeben
  • Teil einer End-to-End Supply Chain

 

Fazit: Die Rüstoptimierung im PP/DS bietet enormes Potenzial zur Effizienzsteigerung. Die Vorteile liegen auf der Hand. Mit neuen Funktionen wie dem Rüstmatrixprofil in S/4HANA 2022 lassen sich unnötige Komplexitäten vermeiden und Produktionsprozesse deutlich verbessern.

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